Öffnungszeiten

Mo 08:00 - 12:00
  14:00 - 18:00
Di 09:00 - 12:00
  14:00 - 19:00
Mi 08:00 - 12:00
  14:00 - 18:00
Do 09:00 - 12:00
  15:00 - 19:00
Fr 09:00 - 16:00

Adresse

HNO

Gemeinschaftspraxis Poing

Bürgerstraße 2
85586 Poing

Telefon: 08121/81058
Fax: 08121/78170
service@hno-poing.de

Termin Online buchen

Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001

Schmerzensgeld bei Hörschäden nach Besuch eines Pop-Konzerts



Der Veranstalter eines Pop-Konzerts haftet für einen durch einen pflichtwidrig hohen Schallpegel während des Konzerts entstandenen Hörschaden auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Dies entschied das Oberlandesgericht Koblenz und sprach der Klägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von 9.000,-- DM zu sowie Ersatz der ihr entstandenen Kosten.

Die im November 1983 geborene Klägerin hatte am 1. März 1997 in Trier das Pop-Konzert der „Boy-Group“ „N’Sync“ besucht. Während der Veranstaltung war die Bühne, auf der die Gruppe spielte, durch - in einem Abstand von weniger als 2 Meter vorgesetzte Sicherheitsbarrieren - vom Publikum getrennt. An der linken und rechten Bühnenseite waren jeweils große Lautsprecherboxen postiert. Nahe einer dieser Boxen hielt sich die Klägerin während des Konzerts auf. Nach dem Konzert suchte sie einen Ohrenarzt auf, der eine „hochgradige, lärmtraumatische Innenohrschädigung mit Tinnitus beidseits“ und eine „Schwindelsymptomatik“ diagnostizierte. Danach wurde die Klägerin längere Zeit, darunter auch stationär, behandelt.

 Mit ihrer Klage verlangte sie von dem Veranstalter des Konzerts Schmerzensgeld und Schadenersatz. Die Richter des Oberlandesgerichts gaben ihr Recht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Klägerin über etwa 90 Minuten hinweg einem pflichtwidrig hohen Schallpegel ausgesetzt gewesen sei. Der Lärmpegel habe in einem Abstand von 2 Meter bis zu 104 dB(A) betragen. Gesundheitsgefahren hätten auch dann bestanden, wenn ohne derart hohe Pegelausschläge über die gesamte Konzertdauer hinweg ein mittlerer Pegel von nicht einmal ganz 90 dB(A) gegeben gewesen sei. Die Richter hatten deshalb keinen Zweifel daran, dass die Klägerin gesundheitsgefährdenden und damit verkehrssicherungspflichtwidrigen Schalleinflüssen ausgesetzt war. Andere Schadensursachen schlossen sie aus.

Die Richter rechneten der Klägerin auch kein Mitverschulden an. Es könne ihr nicht zum Nachteil gereichen, dass sie sich, statt sich mitten im Konzertsaal aufzuhalten, in die unmittelbare Nähe einer Lautsprecherbox begeben habe. Sie habe sich wie auch die anderen Besucher darauf verlassen können, dass das Konzert keine Gefahren für sie mit sich bringen werde und zwar unabhängig von dem Platz, den der einzelne Besucher eingenommen habe. Bei dem erlittenen Hörschaden und den damit verbundenen Schmerzen und aufgrund der Tatsache, dass ein gewisser Hörschaden und ein beidseitiges Ohrrauschen fortbestehen, hielten die Richter ein Schmerzensgeld von 9.000,-- DM für angemessen.
Aktenzeichen 5 U 1324/00 (13. September 2001)

 (Quelle: Oberlandesgericht Koblenz, Pressemitteilung Nr. 127 E 2 - 126/01 v. 08.10.2001)